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31.03.2014

56 Prozent der Erwerbstätigen halten Weiterbildung für zwingend erforderlich

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa führte im Auftrag der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW) eine repräsentative Umfrage mit bundesweit 1.005 Erwerbstätigen im Alter von 25 bis 65 Jahren durch. Außerdem wurden Lern-, Bildungs- und Personalentwicklungsexperten sowie Sozialforscher unter anderem dazu befragt, wie sich das Lernen und Arbeiten wandelt, welche Erwartungen Arbeitnehmer und Arbeitgeber haben und wie Unternehmen ein lernfreundliches Klima gestalten können…

„Wichtigkeit von Weiterbildung wird erkannt
Um beruflich am Ball zu bleiben, ist Weiterbildung unerlässlich – das ist den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern klar: Mehr als die Hälfte der Erwerbstätigen (56 Prozent) finden, dass Weiterbildung im Beruf zwingend erforderlich ist. Weitere 32 Prozent halten Weiterbildung für hilfreich. Dass das Lernen am Arbeitsplatz in Zukunft noch an Wichtigkeit zunehmen wird, glaubt eine deutliche Mehrheit der Befragten: 74 Prozent erwarten, dass es in ihrem Beruf in zehn Jahren in stärkerem Maße erforderlich sein wird, sich weiterzubilden. Fast jeden Zweiten setzt diese Perspektive sehr häufig bis gelegentlich unter Druck, wie die Ergebnisse der Studie zeigen: Mehr als jeder Zehnte (11 Prozent) fühlt sich sehr häufig oder häufig überfordert, weil sein Arbeitgeber von ihm erwartet, sich auf dem neuesten Stand zu halten. Gelegentlich überfordert sieht sich mehr als jeder Dritte (34 Prozent).

Verantwortung liegt gleichermaßen bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern
Aber wer ist eigentlich zuständig dafür, dass die Mitarbeitenden lernen und sich weiterentwickeln – die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selbst oder der Arbeitgeber? Die Umfrage im Rahmen der DUW-Studie zeigt, dass eine Verantwortung auf beiden Seiten gesehen wird. 71 Prozent der Befragten finden, dass bessere Lern- und Weiterbildungsangebote, also zum Beispiel mehr Angebote, aktuellere Inhalte oder eine Übernahme der Kosten seitens der Arbeitgeber das Lernen am Arbeitsplatz fördern. Viele Befragte sehen sich aber auch selbst in der Pflicht: 60 Prozent fordern »mehr Eigeninitiative der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer«.
 
Angebote müssen stärker individualisiert werden
Nach Aussagen der befragten Expertinnen und Experten sollten Arbeitgeber bei ihren Weiterbildungsangeboten stärker intergenerationale Aspekte berücksichtigen.“ Jüngere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erwarteten Weiterbildungsmöglichkeiten, die ihr Wissens- und Kompetenzspektrum und ihre Karrieremöglichkeiten erweitern. Ältere hingegen wollten an ihre Erfahrungen und Kompetenzen anknüpfen. Laut Studie sollten die Unternehmen den Trend der Individualisierung stärker in der Personalentwicklung aufgreifen, sie sollten ein lernfreundliches Klima schaffen, das jeden zur Weiterbildung ‚verführt'. Lernangebote dürften nicht mehr als Belohnung nur für ausgewählte Mitarbeiter gelten.

„Formale Weiterbildungsangebote mit informellem Lernen verknüpfen
Arbeitgeber sollten ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Lernen am Arbeitsplatz begleiten – zum Beispiel durch das Unterstützen informellen Lernens. Gespräche am Arbeitsplatz, Anleitungen durch Kollegen, Selbstlernangebote und Chaträume im Internet – man lerne ständig, häufig ganz nebenbei. Nur ist diese Form des Lernens sei bislang nicht offiziell anerkannt. Kombiniert mit individuellen, formalen Lernangeboten, ergebe sich so eine konkrete Begleitung des Lebenslangen Lernens in und bei der Arbeit.

Studie der DUW zum Lernen im Arbeitsalltag: "Schöne neue Lernwelt? Berufliche Weiterbildung im Wandel" unter:  http://www.duw-berlin.de/fileadmin/user_upload/content/presse/DUW-Studien/DUW_Studie_Lernen_final.pdf