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09.07.2016

Attracktives Handwerk - Bildungsseite des Kölner Stadtanzeigers vom 09.07.2016

Das Handwerk sucht Fachkräfte – und bildet sie gerne aus. Über die Jobcenter und Arbeitsagenturen ist der Einstieg in eine betriebliche – beim Arbeitgeber – oder eine Gruppenumschulung – überbetriebliche Werkstätten – möglich. JÖRG WERMES UND RALF MÜNSTERMANN berichten über Chancen und Möglichkeiten.

Fachkräfte gesucht: Vielfältige Ausbildung und Karrieren

Sägen, schleifen, schrauben" oder „steuern, feilen, schalten" oder „zeichnen, bauen, zementieren – mit diesen Schlagworten wirbt das Handwerk um Auszubildende und Quereinsteiger. Das Handwerk sucht Fachkräfte – und bildet sie gerne aus. Über die Jobcenter und Arbeitsagenturen ist der Einstieg in eine betriebliche – beim Arbeitgeber – oder eine Gruppenumschulung – überbetriebliche Werkstätten – möglich.
Die Frage nach dem Warum dieser Aktion ist schnell beantwortet: Über 20 000 unbesetzte Ausbildungsstellen und 600 000 freie Stellen in den Betrieben suchen Arbeitskräfte. Vom Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik bis zum Tischler, vom Elektroinstallateur bis zum Bäcker: Das Handwerk bietet einen facettenreichen Arbeitsmarkt mit sehr guten beruflichen Entwicklungs- und Verdienstmöglichkeiten.

Als Meister zum Master

Der Meister ist heute einem Bachelor – dem ersten Hochschulabschluss – gleichgestellt, und der Meisterbrief berechtigt zur Aufnahme eines Masterstudiums. Doch nicht nur die Durchlässigkeit der Bildungssysteme und die spannende Verbindung von Theorie und Praxis, gekoppelt mit tollen persönlichen Perspektiven, machen die Ausbildung im Handwerk so attraktiv. Die Sicherheit der Arbeitsplätze bildet die Basis und der hochtourig laufende Job-Motor „Handwerk" erzeugt die Perspektive. Deshalb sind auch Quereinsteiger und Flüchtlinge gern gesehene Bewerber für Ausbildung und Umschulung.
Das Beispiel Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik zeigt das. Voraussetzungen für eine Ausbildung sind Spaß an Technik, ein gutes mathematisches Verständnis, handwerkliches Geschick und Freude an Teamarbeit. Der Anlagenmechaniker für Sanitär- Heizungs- und Klimatechnik plant und installiert komplexe Heiz- und Lüftungssysteme, er baut komfortable Bäder und achtet auf technische Feinheiten für den hygienischen Betrieb von Trinkwasserinstallationen. Smartphone, Laptop oder Tablet gehören an vielen Stellen zum Standardwerkzeug.
Der Einstieg in die Branche gelingt am besten mit einem Praktikum. Fast alle Fachunternehmen bieten Jugendlichen so die Möglichkeit, in den Beruf reinzuschnuppern und sich handwerklich auszuprobieren. Für Umschüler gilt dies entsprechend.

Teamgeist, Anpacken und Köpfchen

SHK-Fachbetriebe sind in der Regel kleine mittelständische Unternehmen, die Jugendliche
ausbilden und betreuen – ganz persönlich im eigenen Betrieb. Die Theorie wird in der Berufsschule vermittelt. Der Arbeitsalltag im SHK-Handwerk richtet sich nach Aufträgen. Deshalb zieht sich die Projekt- und Kundenorientierung wie ein roter Faden durch die gesamte Ausbildung. Der Azubi lernt hautnah Auftragsabwicklung, Kundenkommunikation und Qualitätsmanagement. Nichts motiviert schließlich mehr, als den Arbeitserfolg direkt vor Augen zu haben.
Eine Karriere im SHK-Handwerk ist individuell und zukunftssicher. „Ein BWL-Absolvent wird länger nach einem guten Jobangebot suchen als ein Anlagenmechaniker SHK. In unserer Branche gibt es heute und in absehbarer Zukunft beste Chancen für Fachkräfte", versichert Michael Pohl, Obermeister der SHK Innung Köln. Nach der dreieinhalbjährigen Berufsausbildung oder der zweijährigen Umschulung lockt ein breit gefächertes Karriereangebot, wie die Fortbildungen zum Techniker oder Meister. Ob später als Kundendiensttechniker im Einsatz vor Ort oder als baustellenleitender Monteur in der Projektabwicklung – der Weiterbildung und Spezialisierung, bis hin zum Studium oder zur Selbstständigkeit, sind keine Grenzen gesetzt.
Diese Strukturen finden sich auch in den anderen Handwerksberufen wie Elektro, Holz, Metall und vielen mehr. 130 Handwerksberufe bieten die Basis für die Zukunft.