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09.10.2017

Digital erfolgreich lernen - Bildungsseite im Kölner Stadtanzeiger vom 07.10.2017

Welche Potenzial E-Learning und Virtuelle Klassenzimmer noch haben, erklärt GABRIELE UNÜTZER

Das Thema Digitalisierung nimmt inzwischen in nahezu allen Lebensbereichen immer mehr Raum ein. Damit verbundene Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft werden punktuell und oft nur über negative Nachrichten für eine breite Öffentlichkeit wahrnehmbar – hier denken wir an WannaCry, das Schadprogramm, das im Mai 2017 weltweit für einen schwerwiegenden Cyberangriff sorgte und bei der Deutschen Bahn Rechner infizierte und zum Ausfall von Anzeigetafeln an Bahnhöfen und Videoüberwachungssystemen führte.

 

Mit PC und Tablet

In der beruflichen Bildung findet die Digitalisierung ihren Weg erst teilweise und nach und nach in Kurse und Lehrgänge. In den fast 52 000 Qualifizierungen, die die Mitgliedsunternehmen der Qualitätsgemeinschaft Berufliche Bildung Region Köln in 2015 durchführten, nutzten lediglich 4 Prozent das sogenannte Blended Learning, eine Kombination von Online- und Präsenzphasen und nur 7 Prozent E-Learning oder Virtuelle Klassenzimmer.

Dabei haben digitale Bildungsmedien durchaus das Potenzial, auch berufliches Lernen zu bereichern. Schon jetzt nutzt der klassische Präsenzunterricht häufig unterstützende digitale Medien. Der Einsatz elektronischer Klassenbücher, multifunktionaler Dokumentenkameras, interaktiver White Boards oder fachspezifischer Lern- und Anwendungssoftware ist längst keine Seltenheit mehr.

Lehrende und Lernende müssen aber nicht mehr zwingend am gleichen Ort sein. Sie können sich in virtuellen Klassenzimmern treffen und dort kommunizieren, diskutieren und auf viele Arten von Anwendungen und Programmen gemeinsam zugreifen. Virtuelle Rundgänge, virtuelle Labore oder Bibliotheksbesuche werden möglich. Notwendig sind dafür auf Lernerseite häufig nur ein PC oder Tablet und ein leistungsfähiger Internetdienst. E-Learning-Plattformen oder Lernmanagementsysteme ermöglichen stärker auf individuelle Bedürfnisse abgestimmtes Lernen durch individuell nutzbare Lernmaterialien und Lernaufgaben. Teilnehmende können selbstverantwortlich steuern, wann, wieviel und in welcher Reihenfolge sie etwas lernen möchten.

Die genannten Beispiele lassen aber schon erahnen, dass damit auch Konsequenzen für Lernprozesse und Lernerfolge verbunden sind. Noch gibt es zu wenige Studien, die Auskunft darüber geben können, über welche Kompetenzen Lernende im Umgang mit digitalen Medien wirklich verfügen. Auch die Frage, wie wirksam der Einsatz digitaler Medien für den Lernerfolg ist, ist noch nicht hinreichend erforscht. Aber Studien zeigen auch, dass E-Learning zur Weiterbildung vor allem in Großunternehmen genutzt wird. Mehr als zwei Drittel setzen E-Learning inzwischen im gesamten Unternehmen ein. Adressaten sind vor allem Sachbearbeiter, Führungskräfte und Auszubildende. Und: die Vielfalt an E-Learning- Formaten hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Der Datenbericht zur beruflichen Bildung des BiBB berichtet einen Zuwachs digitaler Medien im Kontext des Lernens.

WannaCry war nicht aufzuhalten. Der stärkere Einzug der Digitalisierung in die berufliche Bildung wird es auch nicht

sein. Von besonderer Bedeutung für den Erfolg wird der angemessene Einsatz im Hinblick auf den Lernerfolg sein. Hier sind Lehrende und Lernende gefordert, ihre Kompetenzen im kritischen Umgang mit digitalen Medien zu prüfen und weiter zu entwickeln.

Infos unter: www.bmbf.de/pub/Berufsbildungsbericht_2017.pdf