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25.11.2017

Fachkräfte gefragt wie nie - Bildungsseite im Kölner Stadtanzeiger vom 25.11.2017

Fachkräfte werden in der Pflege händeringend gesucht. Dabei birgt der Job viele Karrieremöglichkeiten.


Mit Bildung gegen Personalnotstand in Sozial- und Pflegeberufen Fachkräfte für den Sozial- und Pflegebereich werden immer mehr zur „Mangelware“. Gut ausgebildet sollen sie sein, Empathie mitbringen, körperlich belastbar sein und natürlich Deutsch sprechen. Bildung ist EIN Schlüssel zur Lösung dieses Problems.
Weil die Lebenserwartung steigt, nimmt auch die Anzahl der pflegebedürftigen Personen in den nächsten Jahren stark zu. Der demografische Wandel unserer Gesellschaft wird zunehmend sichtbar. Wer kennt nicht in seiner Familie oder im Freundeskreis einen pflegebedürftigen Menschen. Immer mehr von diesen Menschen leiden zudem an Demenz. Für eine gute Pflege und Betreuung im Alltag werden heute und in Zukunft immer mehr gut ausgebildete Fachkräfte benötigt. Laut Fachkräfteengpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit (Stand: Juni 2017) kommen bei Altenpflegefachkräften und -spezialisten auf 100 gemeldete Stellen (außerhalb der Zeitarbeit) rechnerisch lediglich 32 Arbeitslose. Bei Gesundheits- und Krankenpflegefachkräften stehen 100 gemeldeten Stellen 69 Arbeitslose gegenüber. Verschiedene Studien gehen von einem
erhöhten Pflegekräftebedarf von 25 Prozent bis zum Jahr 2025 aus. So entsteht ein zusätzlicher Bedarf von 140 000 bis 200 000 Stellen, die benötigt werden.
Aber nicht nur im Pflegebereich herrscht Fachkräftemangel. Auch bei der Betreuung unserer Kinder fehlt es oft an pädagogischem Personal. Nicht selten müssen Schul- und Kitaleitungen regelrecht um Pädagogen und Erzieher kämpfen. Laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung aus dem Jahr 2014 fehlen deutschlandweit 120 000 Erzieherinnen und Erzieher – 16 000 allein in NRW.

Pflegeberufe werden attraktiver

Zuwanderung spielt bei der Erhöhung der Attraktivität von Pflegeberufen eine große Rolle. Einige Unternehmen locken Bewerber daher mittlerweile mit Zusatzleistungen. Sie reichen von der betriebseigenen Kindertagesstätte über Zusatzleistungen zum Gehalt, so wie betriebliche Altersvorsorge oder Weihnachts- und Urlaubsgeld, bis hin zur Bereitstellung
eines Dienstwagens. Gleichzeitig sind die Aufgaben für Pflegekräfte aber auch anspruchsvoller geworden und Arbeitgeber erwarten neben Fachkenntnissen vermehrt auch Soft Skills. Im Zusammenwirken mit Weiterbildungen und Umschulungen können so gravierende Versorgungslücken in diesen Bereichen gemindert oder sogar verhindert werden.
Viele Bildungseinrichtungen halten bereits heute eine breite Palette entsprechender Weiterbildungs- und Umschulungsangebote bereit. Ob nun eine Umschulung zur Medizinischen Fachangestellten, eine Weiterbildung in der Pflegeassistenz, Behandlungs- und Palliativpflege, zum Integrationsberater, im Bereich der Physio-, Ergo- oder Logopädie – die in der Qualitätsgemeinschaft Berufliche Bildung Köln e. V. organisierten Bildungseinrichtungen bieten verschiedene Qualifizierungsmöglichkeiten an und beraten Interessenten beim Einstieg in den sozialen und Pflegebereich.

Für die Förderung von Weiterbildungen, Umschulungen oder Nachqualifizierungen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das wichtigste Instrument ist hierbei sicher der Bildungsgutschein (BGS). Damit übernehmen die Jobcenter und Agenturen für Arbeit bis zu 100 Prozent der Kosten für berufliche Qualifizierungen. Berufstätige erhalten einen Bildungsgutschein, um eine konkret drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden. Arbeitssuchende bekommen diese Förderung, wenn Sie einen beruflichen Wiedereinstieg anstreben. Ebenfalls mit einem Bildungsgutschein können Menschen gefördert werden, die noch keinen Berufsabschluss haben.
Ein weiteres Förderinstrument ist der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS). Dieser wird von den Jobcentern und Agenturen für Arbeit eingesetzt, um Arbeitssuchende und Arbeitslose bei der Wiedereingliederung ins Berufsleben zu fördern. Damit können beispielsweise Coachings oder der Erwerb zusätzlicher Qualifikationen und Weiterbildungen finanziert werden.
Es gibt auch noch weitere Möglichkeiten, wie die Förderung durch den Europäischen Sozialfonds, die Deutschen Rentenversicherung, die Unfallkassen, die Berufsgenossenschaften oder den Berufsförderungsdienst der Bundeswehr.
Mit dem Programm WeGebAU, der Bildungsprämie oder dem Bildungsscheck NRW gibt es auch für Unternehmen und Arbeitnehmer staatliche Förderprogramme, die betriebliche Weiterbildung in der Pflege attraktiv machen.
Eine qualifizierte Bildungsberatung erhalten Interessenten zum Beispiel bei der IHK Köln,
Tel. 0221 1640-6260, bildungsberatung@koeln.ihk.de, oder bei der Lernenden Region Netzwerk Köln e. V.