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11.03.2017

Geförderte Weiterbildung - Bildungsseite im Kölner Stadtanzeiger vom 11.03.2017

Ohne Qualifizierung und Weiterbildung läuft heute nichts mehr. Welche finanzielle Unterstützung es gibt, berichten JASNA REZO-FLANZE (IHK Köln) UND CHRISTIANE BRÜNJES (Jobcenter Köln)

Angesichts der demografischen Entwicklung bleibt die Nachfrage nach gut ausgebildeten Fachkräften weiterhin hoch. Berufliche Bildung als wichtiges Instrument der Fachkräftesicherung gewinnt somit stetig an Bedeutung. Doch wie kann berufliche Bildung finanziert werden? Welche Fördermöglichkeiten gibt es und wie und wo kann man diese beantragen?
Tatsächlich gibt es Förderprogramme für Unternehmen, Beschäftigte und Arbeitsuchende, die mit öffentlichen Geldern
aus EU-, Bundes- oder Landesmitteln finanziert werden. Nachfolgend werden einige Fördermöglichkeiten vorgestellt, die als Übersicht, Anregung und oder auch Hilfestellung dienen können.

Bildungsprämie und Bildungsscheck
Die Bildungsprämie des Bundes und der Bildungsscheck NRW, beide finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), zählen zu den aktuell wichtigsten öffentlichen Fördermitteln für Beschäftigte und auch für Unternehmen. Hierbei können Weiterbildungskosten mit jeweils 50 Prozent, maximal 500 Euro bezuschusst werden.
Beim individuellen Bildungsscheck des Landes NRW können Beschäftigte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von maximal 30 000 Euro beziehungsweise 60 000 Euro bei gemeinsam Veranlagten, die in einem Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten arbeiten, gefördert werden. Bestimmte Zielgruppenkriterien müssen ebenfalls erfüllt werden.
Beim betrieblichen Bildungsscheck können klein- und mittelständische Unternehmen den Scheck für ihre Mitarbeitenden unter der Voraussetzung beantragen, dass sie die Restkosten der Weiterbildung tragen. Das Arbeitnehmerbrutto des zu fördernden Beschäftigten darf 39 000 Euro im Jahr nicht überschreiten. Unternehmen können maximal 10 Bildungsschecks innerhalb von zwei Kalenderjahren für ihre Mitarbeiter beantragen. Selbstständige und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sind von der Förderung ausgeschlossen.
Die Zielgruppe der Bildungsprämie sind Beschäftigte, die mindestens 15 Stunden wöchentlich arbeiten und deren zu versteuerndes Jahreseinkommen bis 20 000 Euro oder bis 40 000 Euro bei gemeinsam Veranlagten beträgt. Die Bildungsprämie fördert auch Selbstständige und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes.
Bildungsscheck und Bildungsprämie werden nur nach vorangehender Beratung und vor Beginn der Weiterbildung von den Bildungsberatungsstellen ausgestellt. In der Kölner Region sind dies für beide Förderprogramme die Beratungsstellen der IHK, HWK, Lernenden Region, VHS und für den Bildungsscheck BFmF e.V und PHOENIX e.V.
Das sogenannte Aufstiegs-BAföG nach dem AFBG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz) ist eine Förderung für Interessenten mit abgeschlossener Berufsausbildung und –praxis oder mit mehrjähriger Berufspraxis. Gefördert werden öffentlich-rechtliche Aufstiegsfortbildungen verschiedener Berufsbereiche wie Meister, Techniker, Fachwirte, die in Voll-, Teilzeit oder Fernkursen mit mindestens 400 Unterrichtsstunden stattfinden. Der Zuschuss beträgt 40 Prozent
der Kosten der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Wahlweise erfolgt die Finanzierung der Restkosten über ein zinsgünstiges Darlehen, von dem bei bestandener Prüfung zusätzlich 40 Prozent erlassen werden. Zudem werden Sonderkonditionen unter besonderen Fördervoraussetzungen angeboten.
Auch für Menschen im Leistungsbezug des Sozialgesetzbuches II steht das Fördermittel der beruflichen Weiterbildung zur Verfügung. Ziel ist sowohl die Deckung des Fachkräftemangels als auch die nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt durch Qualifikation der Menschen. Das Jobcenter Köln veröffentlicht hierzu in Kooperation mit der Agentur für Arbeit jährlich eine Bildungszielplanung. Die Bildungsziele, Qualifizierungsinhalte und Kapazitäten für Bildungsgutscheine werden laufend den arbeitsmarktlichen Entwicklungen angepasst.

Prämie bei erfolgreichem Abschluss
Seit 1. August 2016 ist die Förderung von Grundkompetenzen zur Vorbereitung einer Umschulung möglich. Hier können Defizite etwa bei der Deutschen Sprache oder Mathematik aufgearbeitet werden. Ebenfalls neu eingeführt wurde die Prämienzahlung für den erfolgreichen Abschluss einer Umschulung. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die an einer nach § 81 SGB III geförderten beruflichen Weiterbildung teilnehmen, die zu einem Abschluss in einem Ausbildungsberuf führt, für den nach bundes- oder landesrechtlichen Vorschriften eine Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren festgelegt ist, erhalten folgende Prämien, wenn die Maßnahme vor Ablauf des 31. Dezember 2020 beginnt. Nach Bestehen einer in diesen Vorschriften geregelten Zwischenprüfung gibt es eine Prämie von 1000 Euro und nach Bestehen der Abschlussprüfung eine Prämie von 1500 Euro.

LINKS zu Bildungsprämie und Bildungsscheck:
www.bildungspraemie.info
www.bildungsscheck.nrw.de / Aufstiegs-BAföG / AFBG:
www.aufstiegs-bafoeg.de