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15.10.2016

Qualität der Weiterbildung - Bildungsseite des Kölner Stadtanzeigers vom 15.10.2016

GABRIELE UNÜTZER gibt Tipps, worauf Weiterbildungsinteressenten achten sollten.

Wer sich weiterbilden möchte und schon relativ genau weiß, über welche Themen er oder sie mehr erfahren will und auch in etwa weiß, wie viel Zeit dafür aufgewandt werden kann, steht dennoch häufig erst am Anfang einer unter Umständen sehr aufwendigen Recherche. Denn das Angebot an Seminaren, Kursen oder Lehrgängen ist vielfältig. Die meisten Angebote sind sich aber weniger ähnlich als man vielleicht annehmen würde.

Nach Prüfzeichen suchen

Angenommen, wir hätten beschlossen, unsere Buchhaltungskenntnisse für den neuen Job aufzufrischen. Ein Buchhaltungskurs sollte ja zu finden sein. Und tatsächlich, Buchhaltungs- oder auch andere Kurse lassen sich bei vielen Bildungsanbietern finden. Aber dann wird es auch schon schwierig. Inhalte, Schwerpunkte, Dauer, Unterrichtsformen (mit oder ohne digitaler Unterstützung), Dozenten, Begleitmaterialien und nicht zuletzt die Kosten oder Gebühren unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter. Was also tun? Erst einmal eine Marktstudie durchführen? Dafür haben die wenigsten Weiterbildungsinteressenten Zeit. Und ohne Marktkenntnisse fällt dies auch relativ schwer. Da liegt es nahe, wie in anderen Bereichen auch, nach einem Siegel oder Prüfzeichen zu suchen, das ein Stück der Arbeit abnimmt und etwas über die Qualität der Angebote aussagt. Im Bildungsbereich gibt es verschiedene Zertifikate, die Aussagen entweder über den Anbieter oder das einzelne Angebot machen. Da gibt es zum einen internationale Zertifizierungen, die viele von uns aus anderen Wirtschaftsbereichen kennen: die ISO-Zertifizierungen. Im Bildungsbereich sind das die ISO 9001:2008 und die ISO 29 990:2010. Diese Normen nehmen vor allem Organisation und Management eines Unternehmens in den Fokus, wobei sich die ISO 29 990 dabei gezielt auf Bildungsunternehmen bezieht. Bildungsanbieter, die über solche Zertifikate verfügen, haben in aufwendigen Audits durch externe Stellen nachgewiesen, dass ihre internen Prozesse im erforderlichen Maße die Anforderungen der Kunden in den Blick nehmen. Ähnlichen Anforderungen genügen Zertifizierungen nach AZAV, die vor allem bei geförderten Angeboten eine Rolle spielen, aber auch Qualitätsmanagementsysteme wie LQW oder EFQM sind in der Weiterbildung von Relevanz. Viele Weiterbildungsinteressierte suchen aber nach mehr. Sie interessieren sich vor allem dafür, wie und nach welchen Kriterien sie das richtige Angebot auswählen können. In der Region Köln stellt dazu seit mehr als 25 Jahren die Qualitätsgemeinschaft Berufliche Bildung Region Köln e. V. Hilfestellung zur Verfügung. Der Zusammenschluss von über 130 Bildungsträgern im IHK-Bezirk Köln arbeitet mit Qualitätsstandards, die sich stark an der Sicht der Verbraucher orientieren und stellt überdies Informationen zur Verfügung, wie bei der Suche nach einem geeigneten Bildungsträger vorgegangen werden kann. 

130 Bildungsträger

Darüber hinaus haben sich die Mitgliedsunternehmen verpflichtet, sich regelmäßig prüfen zu lassen. Die Prüfergebnisse diskutiert ein 15-köpfiges Gremium. Ziel ist es vor allem auch, die Qualität in den Mitgliedsunternehmen nicht nur zu sichern, sondern den sich ändernden Erfordernissen (zum Beispiel im Bereich des digitalen Lernens) anzupassen und damit Weiterbildungsteilnehmenden sinnvolle und praktikable Entscheidungsinstrumente an die Hand zu geben.