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07.03.2016

Weiterbildung kann gefördert werden! - Bildungsseite des Kölner Stadtanzeigers vom 05.03.2016

Angesichts der demografischen Entwicklung benötigt die Wirtschaft vermehrt gut ausgebildete Fachkräfte. Die berufliche Bildung ist hierbei ein wichtiges Instrument der Fachkräftesicherung. Doch wie kann berufliche Bildung finanziert werden? Welche Fördermöglichkeiten gibt es und wie und wo kann man diese beantragen? Jasna Rezo-Flanze von der Bildungsberatung der IHK Köln gibt im Kölner Stadtanzeiger dazu Auskunft:

Tatsächlich gibt es zahlreiche Förderprogramme für Unternehmen, Beschäftigte und Arbeitsuchende, die mit öffentlichen Geldern aus EU-, Bundes- oder Landesmitteln finanziert werden. Nachfolgend stellen wir Ihnen einige Fördermöglichkeiten vor, die Ihnen als Übersicht, Anregung und oder auch Hilfestellung dienen können.

Die Bildungsprämie des Bundes und der Bildungsscheck NRW, beide finanziert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), zählen zu den aktuell wichtigsten öffentlichen Fördermitteln für Beschäftigte und auch für Unternehmen. Hierbei können Weiterbildungskosten mit jeweils 50 Prozent, maximal 500 Euro bezuschusst werden. Beim individuellen Bildungsscheck des Landes NRW können Beschäftigte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von maximal 30 000 Euro, oder 60 000 Euro bei gemeinsam Veranlagten, die in einem Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten arbeiten, gefördert werden. Bestimmte Zielgruppenkriterien müssen ebenfalls erfüllt werden.

Beim betrieblichen Bildungsscheck können klein- und mittelständische Unternehmen den Scheck für ihre Mitarbeitenden unter der Voraussetzung beantragen, dass sie die Restkosten der Weiterbildung tragen. Das Arbeitnehmerbruttoeinkommen des zu fördernden Beschäftigten darf 39 000 Euro im Jahr nicht überschreiten. Unternehmen können maximal 10 Bildungsschecks innerhalb von zwei Kalenderjahren für ihre Mitarbeiter beantragen. Selbstständige und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sind von der Förderung ausgeschlossen.

Die Zielgruppe der Bildungsprämie sind Beschäftigte, die das 25. Lebensjahr vollendet haben, mindestens 15 Stunden wöchentlich arbeiten, und deren zu versteuerndes Jahreseinkommen bis 20 000 Euro, oder bis 40 000 Euro bei gemeinsam Veranlagten, beträgt. Anders als beim Bildungsscheck liegt die Grenze der maximalen Weiterbildungskosten bei 1000 Euro. Die Bildungsprämie fördert auch Selbstständige und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes. 

Bildungsscheck und Bildungsprämie werden nur nach vorangehender Beratung und vor Beginn der Weiterbildung von den Bildungsberatungsstellen ausgestellt. In der Kölner Region können die genannten Fördermittel bei der IHK, HWK, Lernenden Region und VHS beantragt werden. Ab 1. April auch bei PHOENIX e. V. und beim Fortbildungszentrum muslimischer Frauen, BFmF e. V.

Das sogenannte Meister-Bafög nach dem AFBG (Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz) ist eine Förderung für Interessenten mit abgeschlossener Berufsausbildung und -praxis oder auch mit mehrjähriger Berufspraxis. Gefördert werden öffentlich-rechtliche Aufstiegsfortbildungen verschiedener Berufsbereiche, wie etwa Meister, Techniker, Fachwirte, die in Voll-, Teilzeit oder Fernkursen mit mindestens 400 Unterrichtsstunden stattfinden. Der Zuschuss beträgt 30,5 Prozent der Kosten der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren. Zudem werden Sonderkonditionen unter besonderen Fördervoraussetzungen angeboten.

Agentur für Arbeit Köln

Die Agentur für Arbeit Köln fördert eine Vielzahl von Qualifizierungen. Dabei stehen abschlussorientierte Qualifikationen im Vordergrund, aber auch Teilqualifikationen werden angeboten, bei denen standardisierte und berufsanschlussfähige Teilqualifikationen am Ende zu einem Berufsabschluss führen. Die Förderungen orientieren sich dabei an den Anforderungen des Arbeitsmarktes. Berufe mit einem hohen Beschäftigungspotenzial sind etwa technische Berufe im Bereich Mechatronik, Automatisierungstechnik oder Energietechnik, Gesundheits- und Pflegeberufe, Kraftfahrer und Erzieher.

Arbeitslosigkeit ist nicht Voraussetzung, um durch die Arbeitsagentur gefördert zu werden. Beschäftigte können über das Programm WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen) gefördert werden. Die Arbeitsagentur übernimmt dabei unter bestimmten Voraussetzungen Weiterbildungs- und Lohnkosten. Beratungstermine bei der Arbeitsagentur können Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – auch Beschäftigte – zwischen 8 und 18 Uhr unter der kostenfreien Hotline 0800 455 55 00 vereinbaren. Arbeitgeber können sich unter 0800 455 55 20 kostenfrei informieren.