Weitere Neuigkeiten

Aktuelles

18.12.2017

Arbeit 4.0 wird komplexer – Bildungsseite im Kölner Stadtanzeiger vom 16.12.2017

Warum Lebenslanges Lernen mehr denn je Kernanforderung an Beschäftigte ist, erklärt BIANCA WINTER.

Fortschritt und ständige Weiterentwicklung prägen die Arbeitswelt schon lange. Von der industriellen Produktion über die Automatisierung, die Anfänge des Wohlfahrtsstaates und der Sozialen Marktwirtschaft sowie über die Globalisierung stehen wir aktuell mit der Digitalisierung schon am Übergang in die „Arbeitswelt 4.0“, so der gängige Ausdruck. Das BiBB (Bundesinstitut für berufliche Bildung) und das IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) gehen davon aus, dass zwar Arbeitsplätze im Zuge der Digitalisierung wegfallen, aber auch neue Arbeitsplätze mit neuen Aufgaben hinzukommen. Bis 2025 wird lediglich ein Negativsaldo von 30.000 verschwundenen Arbeitsplätzen prognostiziert. Es bleibt jedoch die spannende Frage: Welche Berufe werden ganz wegfallen, welche nur von Änderungen betroffen sein? Wie groß werden die Veränderungen sein? Wie können die jetzt Beschäftigten den Wandel überstehen? Sind sie den Anforderungen der zukünftigen Arbeitswelt gewachsen, besitzen sie die notwendigen Kompetenzen? Wie können sie sich vorbereiten?

 

Wissen veraltet rapide

Die Digitalisierung birgt Risiken für den Einzelnen und für die Gesellschaft, bietet aber auch neue Chancen. Beispielsweise könnte die rasche technologische Entwicklung Spezialkenntnisse schneller entwerten. Arbeitsplätze in bestimmten Bereichen könnten wegfallen, atypische Beschäftigungen zunehmen. Durch vernetzte Arbeitsplätze und Homeoffice könnten die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit weiter verschwimmen. Demgegenüber stehen die Chancen: Maschinen übernehmen unangenehme Aufgaben, neue Arbeitsplätze entstehen, die Beschäftigten andere Perspektiven eröffnen, mehr Selbstverwirklichung und mehr Eigenverantwortung für Beschäftigte, mehr Innovationen und damit verbundene Gründungsdynamik – um nur einige zu nennen.

Für die Beschäftigten bedeutet Arbeitswelt 4.0 in jedem Fall eine Änderung. Alle Beschäftigten werden sich neuen Rahmenbedingungen und neuen Anforderungen anpassen müssen. Hier wird die Aus- und Weiterbildung von zentraler Bedeutung sein. Ausbildungsberufe und deren Inhalte werden sich immer schneller anpassen müssen, damit Azubis nicht mit Bestehen der Abschlussprüfung über bereits veraltetes Wissen verfügen. Für Beschäftigte wird lebenslanges Lernen in noch viel stärkerem Maße als bisher die Maxime sein.

Da fachliche Kenntnisse immer schneller überholt sind, wird die Bedeutung von Schlüsselkompetenzen – selbstständiges Arbeiten, Teamfähigkeit oder Problemlösungskompetenzen – zunehmen. Gerade diese Schlüsselkompetenzen lassen sich bislang jedoch nur schwer abbilden oder nachweisen. Auch Personen ohne formalen Berufsabschluss können ihre Fähigkeiten in der Regel nur schwer nachweisen, auch wenn sie sich durch praktische Tätigkeiten viel Erfahrung und Wissen angeeignet haben.

Für die Arbeitsplätze 4.0 werden wie beschrieben andere Anforderungen gelten und neue Kompetenzen notwendig sein. Die Arbeitsagentur und das Jobcenter möchten Beschäftigte auf dem Weg begleiten und unterstützen. Lebenslange Berufsberatung wird das neue Stichwort sein. Menschen werden durch das gesamte Berufsleben begleitet, beraten und qualifiziert. Für geringqualifizierte Menschen und Arbeitslose wird es weiterhin individuelle, auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes abgestimmte, Qualifizierungsangebot geben.

 

Geförderte Qualifizierungen

Für das Jahr 2018 fördern Agentur für Arbeit und Jobcenter Köln Qualifizierungsmaßnahmen in den folgenden Berufen: Fachkräfte für Schutz und Sicherheit, Erzieher, Fachkräfte in der Altenpflege, sowie einzelne kaufmännische Tätigkeiten. Ob eine Weiterbildung gefördert werden kann, wird immer im Beratungsgespräch mit der Arbeitsvermittlerin oder dem Arbeitsvermittler geklärt. Wer dann motiviert in die Weiterbildung startet und den Abschluss erreicht, hat auch im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt 4.0.

 

Die gemeinsame Bildungszielplanung der Agentur für Arbeit Köln und des Jobcenters Köln steht online unter: www.arbeitsagentur.de/koeln

Kontakt zur Arbeitsagentur:

0800 4 55 55 00

Kontakt zum Jobcenter:

02 21 964 434 0